Die 5 besten On-Ear Kopfhörer – FAQ´s

Von Rene Reinisch

On-Ear Kopfhörer – die wichtigsten FAQs!

Warum soll ich einen On-Ear kaufen? Wo liegen die Vorzüge, wo die Nachteile? Welche Modelle sind empfehlenswert? Hier findet ihr alle Antworten auf die häufigsten Fragen.

 

Was ist der Hauptvorteil beim On-Ear?

Das On-Ear-Format ist der Over-Ear-Konstruktion sehr ähnlich. Im Gegensatz zu dieser können die Ohrmuscheln aber kleiner und daher tendenziell leichter ausfallen. Anstatt die Ohren komplett zu umschließen, liegt der On-Ear – wie der Name schon sagt – nur auf dem Ohr. Die Ohrpolster drücken nicht am seitlichen Hinterkopf und nicht im Bereich der Wangenknochen. Daraus resultieren zwei Besonderheiten: Zum einen wirkt das Tragegefühl eher luftiger, zum anderen ist die Isolation von der Umgebung geringer. Geräusche von außen sind etwas leichter wahrnehmbar, Gespräche angenehmer zu führen. Brillenträger profitieren meist von weniger Druck auf den Bügeln. Dennoch bewahrt ein On-Ear nicht unbedingt vor schwitzenden Ohren. Der Kopfbereich ist zwar frei, aber die Ohren selbst sind weiterhin und sogar unmittelbar abgedeckt. Ein On-Ear-Modell ist für jeden geeignet, der keine innenliegenden Kopfhörer will (In-Ears), sondern mehr Transparenz und das voluminöse Audio-Feeling eines Over-Ear.


Welche Kopfhörer sind am bequemsten?

Trage-Komfort ist Einstellungssache – buchstäblich sowie in Abhängigkeit von Bügeln, Ohrmuscheln und -polstern. Der Eine mag es leicht und locker, der Andere eher satt und straff. Wer genau hinsieht, wird in den jeweiligen Eckdaten unterschiedliche Gewichtsklassen feststellen. Bei längerer Nutzung macht sich der Anpressdruck bemerkbar, der auch mit der Gewichtsverteilung und Federstärke der Bügel zusammenhängt. Jeder Kopf ist anders und jedes Ohr individuell: Die Muscheln sollten daher ebenso schwenkbar sein, wie die Bügel verstellbar. Wir möchten euch einen besonders raffinierten On-Ear zeigen, der mit zwei Paar Ohrpolstern geliefert wird.

 

1. Master & Dynamic MW50+: Zwei Premium-Kopfhörer in einem

 

Vorteile

– Feinste Akustik
– Optionale Passform (Wechsel-Ohrpolster)
– Bis zu 16 Stunden Akku-Laufzeit
– Einfache Bedienung
– Viel Zubehör (USB- und Klinkenkabel, Leder-Etui, Reisebeutel)

 

Nachteile

– mäßige Sound-Abschirmung nach außen

 

On-Ear oder Over-Ear? Der amerikanische Produzent lässt die Wahl für beides. Per Magnet-Clip kannst du die Ohrpolster tauschen und genau justieren – somit ist der Master & Dynamic MW50+ nach Bedarf
ohraufliegend oder ohrumschließend. Hochwertige Beryllium-Treiber sorgen bei veränderlicher Dämpfung für ein sehr breites Klangspektrum mit tiefsten Bässen und schärfsten Höhen. Dabei schmiegen sich
atmungsaktives Leder und Memory-Foam an die Haut, um Nässe und Druckstellen zu verhindern.

 


Welcher On-Ear hat den besten Klang?

Die beste Tonwiedergabe ist auch definiert durch den Einsatzzweck. Wichtige Kategorien sind: Musik, Stimme und Outdoor. Musik steht nicht nur für Lieder, sondern umfasst auch die Audio-Spur bei Videos und Gaming-Effekten. Wenn du vor allem Musik genießen möchtest, kommt es wiederum auf deine bevorzugte Richtung an. Bei Klassik und Pop sind es die Höhen und Mitten, bei Electro und Hiphop stehen eher Bässe im Vordergrund. Demnach sollten die Talente deines On-Ear darauf zugeschnitten sein. Ausgewogene Mitten sind wichtig für ein stimmiges Klangbild, insbesondere beim Telefonieren und bieten universelle Einsatzmöglichkeiten. Im Outdoor-Bereich ist eine effektive Abschirmung des Ohres häufig entscheidend. Nach innen sind Störgeräusche zu vermeiden, und außen sollte wenig zu hören sein, um andere nicht zu belästigen.


Welcher On-Ear bietet das beste ANC (Active Noise Cancelling)?

Das elektronische ANC – auch bekannt als Active Noise Cancellation oder Aktive Störgeräuschunterdrückung – eliminiert störende Schallwellen durch gegenläufige. Der Abschirm-Effekt isoliert das Ohr von unerwünschtem Umgebungslärm und erzeugt somit eine abgeschlossene Audio-Welt für das perfekte Klangerlebnis. Um optimal arbeiten zu können, benötigt die Technik auch physische Isolierung, d.h. möglichst passgenaue Ohrschalen.

 

2. Beats Solo Pro: ANC mit Apple-Genen

 

Vorteile

– Apple-SiP-Chip
– Transparenz-Modus
– Lightning-USB-Kabel
– Leistungsfähiger Akku (bis zu 40 Stunden Laufzeit)
– Klappbügel und Filz-Case

 

Nachteile

– fokussiert auf Apple-Geräte

 

Unter der edlen Haube des bequem zu tragenden Beats Solo Pro steckt bewährte Apple-Technologie mit entsprechender Kompatibilität. Das ANC funktioniert tadellos und bietet einen Transparenz-Modus, der vor allem bei Gesprächen unterstützt. Für jeden Zweck stimmig ist das ausgewogene Klangbild, der starke Akku macht den On-Ear zum ausdauernden Reisebegleiter. Die Apple-Verwandtschaft und anvisierte Kopplung nämlicher Geräte kann sowohl nachteilig als auch positiv gesehen werden.

Fehlendes Noise Cancelling muss übrigens kein Manko sein. Obwohl der Effekt beeindruckende Möglichkeiten eröffnet, bleibt ANC eine persönliche Vorliebe. Transparenz-Modi sind im Prinzip Ventile, mit denen der Schalldurchlass kontrolliert und je nach Bedarf eingestellt wird. Ein konventioneller Kopfhörer bewirkt seine Abschirm-Funktion sozusagen nur physisch und unveränderlich. Der Aventho von Beyerdynamic beweist, dass selbst ein High-End-Gerät nicht unbedingt ANC benötigt.

 

 

 

3. Beyerdynamic Aventho: Spitzenklasse – Made in Germany

 

Vorteile

– Überragende Klangkulisse
– Akku hält bis zu 30 Stunden
– Hochwertige Verarbeitung
– Kabelbetrieb möglich (Klinkenkabel wird mitgeliefert)
– Medizinisch basierte Klangkorrektur

 

Nachteile

– Mikrofon der Mittelklasse

 

Der Aventho ist etabliert. Kundenbewertungen und Test-Berichte mit überwiegend sehr guten Urteilen sprechen für sich. Besonders auffällig ist die Klangqualität des in Heilbronn gefertigten High-Tech-Modells, welche sich mittels Hörtest und digitaler Signalkorrektur (DSP) individuell regelt. Natürlich darf in dieser Preisliga auch das ein oder andere Haar gefunden werden – die Erwartungen steigen naturgemäß. Außer dem Mikrofon, das nicht ins Premium-Segment passen will, gibt es allerdings kaum Auffälligkeiten.

 

 


Worauf beim Akku achten?

Bei der Qualität eines Akkus können vor allem drei Kriterien unterschieden werden: Laufzeit, Ladefähigkeit und Langlebigkeit. Die Laufzeit ist abhängig von der Kapazität, diese wird in mAh gemessen. Der Wert sagt allerdings nichts darüber aus, wie schnell der leere Akku wieder einsatzbereit ist – verschiedene Batterietypen und Ladetechniken sind hier maßgebend. Wer es eilig hat, braucht eine Schnellade-Funktion. Besonders praktisch sind auch Modelle mit kabellosen Ladeständern wie
der Jabra Evolve 75 MS.


Welches Modell ist am besten für Telefonie?

Drei Disziplinen muss das perfekte Headset beherrschen: Abschirmung, Stimmbrillanz, Gesprächsregelung. Ein gutes Mikrofon sorgt für klangtreue Aufnahmen, passende Treibermembranen für die entsprechende Wiedergabe beim Zuhörer. Ein On-Ear der dänischen Marke Jabra ist uns
hier besonders aufgefallen.

 

4. Jabra Evolve2 75: Funktionsstarker Alleskönner

 

Vorteile

– Mehrstufiges ANC
– Schnelladefunktion (15 Min. für bis zu 6 Stunden Betriebszeit)
– Multipoint-Fähigkeit
– Ausklappbares Mikrofon
– Viele Einstellmöglichkeiten

 

Nachteile

– viel Kunststoff und Kunstleder

 

Das Telefonie-Talent des Jabra Evolve2 75 basiert auf mehreren Faktoren. Während das ANC für angenehme Ruhe sorgt, lässt sich das Klangprofil mittels Desktop-Software und Konfigurator-App personalisieren. Das ausstellbare Mikro verbessert zudem die Sprachqualität in Headset-Manier. Komfortabel sind Multipoint-Verbindungen für schnellen Gerätewechsel insbesondere bei häufigem Telefonieren. Mit bis zu 36 Stunden Akku-Laufzeit im ANC-Modus hält der Kopfhörer auch ausgiebige
Sitzungen durch. Praktisch: Falls der On-Ear verlorengeht, lässt er sich mittels Tracking-Funktion orten.

 

 

Gibt es On-Ears extra für Sport?

Grundsätzlich kannst du mit jedem Kopfhörer Sport treiben. Eines jedoch vorweg: On-Ears sind für sportliche Aktivitäten nicht die beste Wahl. Sport-Kopfhörer besitzen möglichst luftdurchlässige Ohrauflagen. Wo die Haut gut atmen kann, Wasser und Schweiß leicht verdampfen, ist aber die
Abschirmung am schlechtesten. Nachdem nur enganliegende Ohrmuscheln optimales ANC und bestmögliche Akustik gewährleisten, muss ein Kompromiss gefunden werden.

 

Beim Gewicht sind On-Ears meist im Mittelfeld zwischen massivem Over-Ear und federleichtem In-Ear, aber der Sitz auf den Ohren bleibt suboptimal. Das leichte Aufliegen fühlt sich beinahe wie ein Schweben an, und ist der Grund für Wackeln und Rutschen. Im Sitzen, beim Stehen oder Gehen spielt das keine Rolle, doch ruckartige Bewegungen und versehentliches Streifen am Kopf sind problematisch. Für größtmögliche Bewegungsfreiheit und schnelle Aktionen empfehlen wir ganz klar In-Ears mit festem Sitz.
Dennoch lohnt ein Blick auf Modelle wie den Adidas RPT-01, der mit Schweiß-Resistenz, kräftigen Bügeln und waschbaren Ohrpolstern aufwartet.

 


Gibt es einen On-Ear für den Outdoor-Bereich?

Wer einen Kopfhörer im Freien nutzt, muss auch von Regenschauern ausgehen. Der beste On-Ear für draußen besitzt daher eine möglichst hohe Wasserschutzklasse (am besten IPX7), mehr als Spritzwasser-Resistenz ist aber unüblich. Weil mit Remplern und ruckartigen Bewegungen zu rechnen
ist, sollte der On-Ear strapazierfähig sein. Allzu filigrane Bügel und Aufhängungen sowie kratzempfindliche Oberflächen sind unterwegs nachteilig. Hier kann die Nutzung eines On-Ear aber zweckmäßig sein, da wegen der Ohrauflage eine gewisse Akustik-Transparenz automatisch
gegeben ist. Stimmen und Verkehrsgeräusche werden somit besser wahrgenommen.


Sicherer Transport: Worauf muss ich achten?

In Bekleidung und Reisetaschen sind On-Ears ähnlich umständlich zu transportieren wie Over-Ears – vor allem die sperrigen Bügel, aber auch die Ohrmuscheln nehmen viel Platz weg. Bei Stoßeinwirkung oder durch Quetschen kann dein Kopfhörer beschädigt werden. Für Abhilfe sorgen vor allem faltbare Modelle und solche mit Etui/Box oder Bügelschutz.


Welcher On-Ear bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Als Preisknaller darf der JBL Live 460NC gelten. Das schicke Modell kommt nahezu mit Vollausstattung und beherrscht alle Disziplinen, der niedrige Preis macht eventuelle Abstriche wett.

 

5. JBL Live 460NC: Platzhirsch der Allrounder

 

Vorteile

– ANC mit Transparenzmodus
– Bis zu 50 Stunden Akku-Laufzeit
– Multipoint-Funktion (Mehrfachverbindung)
– Schnelladung (10 Min. für 4 Stunden)
– Inklusive Audio- und Ladekabel, faltbar

 

Nachteile

– fraglicher Trage-Komfort

 

 

Selbst mit dem energiehungrigen ANC verspricht JBL bis zu 40 Stunden Betriebszeit. Wer den Akku leert, kann das Klinkenkabel nutzen oder für eine weitere Stunde nur 5 Minuten laden. Die Ohrmuscheln sind eher klein, der Anpressdruck ziemlich hoch – für manchen sogar vorteilhaft. Ein weiterer Hingucker in diesem Segment ist der Teufel Supreme On, z.B. in der Trend-Farbe „Space Blue“. Der On-Ear gefällt durch pfiffige Ideen wie den Mini-Joystick zur Bedienung, und die Audio-Synchronisation für
ein identisches Zweitgerät (Zwillingsnutzung).


Schnell-Tipp für Ungeduldige

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Zur Orientierung daher nur Tipps: Auf dem klassischen Siegerpodest belegt bei uns der individuelle Master & Dynamic MW50+ Platz 3, der zweite geht an den funktionalen Jabra Evolve 2 75, und oben steht in diesem Vergleich der klangstarke Beyerdynamic Aventho auf Platz 1. Zu guter Letzt kommen dahinter die vielseitigen und preiswerten Modelle JBL Live 460NC sowie der Beats Solo Pro.